Sport gegen ADHS

(Zentrum der Gesundheit) – Bewegungsprogramme statt Psychopharmaka! Bei Kindern, die nicht stillsitzen und sich nur sehr schwer konzentrieren können, stellen gezielte sportliche Aktivitäten häufig eine gute Alternative zu Medikamenten dar. Liegt daher eine ADHS-Diagnose vor, gehört Sport in jedem Falle zu einem ganzheitlichen Massnahmenkatalog, der jeder Arzneimittelverordnung voraus gehen sollte.
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Doping für die Sinne – Achtsamkeit im Sport (Interview mit Harald Pachner)

Wir benutzen unseren Verstand und realisieren nicht, wie sehr uns dieser Geschichtenerzähler vom aktuellen Moment ablenkt. Achtsamkeit ist der Weg zurück in den Augenblick. Und gerade im Sport kann man auf diese Weise sein ganzes Leistungspotenzial entfalten. Harald Pachner weiß als ehemaliger Athlet wovon er spricht. Heute ist er Mentaltrainer, Entspannungstrainer und Achtsamkeitstrainer – und beantwortet im Interview die Frage, wie auch du mehr aus dem Hier und Jetzt machen kannst.Harald Pachner

Sie sind Mentaltrainer, Entspannungstrainer und Achtsamkeitstrainer. Wie ist es dazu gekommen?

Das hat mit meiner Leidenschaft für Skifahren zu tun. Ich war im ÖSV (Österreichischer Skiverband) als Athlet aktiv. Dort bin ich in Kontakt mit mentalem Training gekommen. Als aktiver Läufer habe ich gesehen, dass es mehr gibt als nur Material und Körper.

In der Zeit danach war ich als Skitrainer im steirischen Skiverband aktiv und habe dabei immer gemerkt, dass die Denkweisen eines Menschen – die Mindsets – ein entscheidender Einflussfaktor sind. Das hat nicht nur mit Mentaltraining zu tun, zum Beispiel ob man vor dem Start ins Skirennen nervös ist, sondern damit, wie man sich selbst sieht.

Auf dieser Basis habe ich begonnen, mich mit Achtsamkeit und Mentaltraining sehr intensiv zu beschäftigen. Heute bin ich seit mehr als 20 Jahren in diesen Themen aktiv.

Was bedeutet Achtsamkeit für Sie?

Lebendig sein – das ist eigentlich Achtsamkeit. Es ist die Erkenntnis über unsere wahre Natur. Gefördert durch eine unbewertete, räumliche Wahrnehmung von dem was die Sinne uns erzählen.

Dabei ist Achtsamkeit keine Technik oder ein Konzept im engeren Sinne. Es ist paradox – man kann es nicht üben, um dann irgendwo anzukommen. Man kann auch nicht verbessern, was eigentlich schon da ist. Je öfter man achtsam ist, umso besser wird man darin.

Achtsamkeit beschreibt die Qualität des direkten Erlebens, ein echtes „im Moment sein“. Mit unseren Sinnen haben wir einen guten Anker direkt zu erleben, was ist. Mit seinen Sinnen unbewertet wahrzunehmen bedeutet echtes Einlassen auf die Gegenwart.

Und irgendwann ist Achtsamkeit dann eine Lebenshaltung. Der Verstand schweigt, muss nicht immer bewerten und eine Geschichte erzählen. Man lenkt seine Aufmerksamkeit weg vom beschreibenden Verstand, hin zum direkt erlebten Moment.

Die Sache mit dem Verstand, die muss im ersten Schritt realisiert werden. Wenn man mithilfe des Verstandes immer alles beschreibt und benennt geht die direkte Erfahrung an einem vorüber. Wenn es aber ein Bewusstsein für eine mögliche Veränderung gibt, dann kann man anfangen Achtsamkeit zu praktizieren. Innerhalb weniger Wochen und Monate erzielt man so fantastische Veränderungen.

Ist es dann möglich, mit Achtsamkeit sein Leistungspotenzial erhöhen?

Gerade im Sport merkt man, was auf diese Weise möglich ist. Durch mehr Achtsamkeit werden Körperwahrnehmung, Tastsinn, etc. verbessert und das ist ein großer Benefit der zu Leistungssteigerung führt.

Fast jeder Athlet benötigt seine Körperwahrnehmung, um komplexe Bewegungsabläufe ausführen zu können. Skifahrer etwa, müssen ihre Fußsohlen und die Beine sehr gut spüren, um Wellen auf der Piste intuitiv wahrnehmen zu können. Motosportler spüren ihr Auto, wenn es über- oder untersteuert. Diese Beispiele beschreiben Körperwahrnehmungsprozesse – und über Achtsamkeitstraining bringt man einen enormen Boost in den Sport.

Dabei wird natürlich auch der mentale Bereich verbessert. Wenn man sich mehr auf die direkte Erfahrung konzentriert und weniger auf den Kopf (=Verstand), dann nimmt man sich Dinge nicht so zu Herzen und wird lockerer. Die Dinge nicht persönlich zu nehmen bedeutet ebenfalls eine mögliche Leistungssteigerung. Auf diese Weise nimmt die Konzentration von Athleten zu, weil sie dann weniger abgelenkt sind.

Natürlich ist es schwierig, negative Vorgänge um die eigene Person nicht persönlich zu nehmen. Immer dann, wenn etwas verletzend oder ablenkend war, versucht man zwar, das weniger persönlich zu nehmen. Dahinter steckt aber noch kein Training und dadurch bezieht man nach wie vor viele dieser Vorgänge auf das eigene „Ich“. Über Training kann man Ressourcen aufbauen um genau das zu verhindern.

Die Struktur unserer Persönlichkeit ist darauf ausgelegt, alles auf sich selbst zu beziehen. Achtsamkeitstraining löst diese Strukturen im positiven Sinne auf.

Wie katapultiere ich meinen Geist ins Hier und Jetzt?

Auch das ist ein Paradoxon. Man kann nicht wirklich versuchen in die Gegenwart zu kommen. Der Versuch alleine bedeutet, von der Gegenwart abgelenkt zu sein. Man konzentriert sich dann viel zu sehr aufs Versuchen.

Es gibt eine wirksame Abkürzung ins Hier und Jetzt: Die Erkenntnis, dass man es nicht versuchen kann.

Dieses Thema hat etwas mit Hingabe zu tun: Man kann sich nur selbst in einem gewissen Ausmaß fallen lassen und weniger wichtig nehmen. Sich selbst loszuwerden – damit ist der beschreibende Verstand gemeint – darum geht es. Der Verstand kommt nie ins Hier und Jetzt, weil er nur darüber nachdenken kann. Diese Bestrebungen und Optimierungsversuche gilt es zu durchschauen.

„Der Verstand schaltet aus, wenn die Sinne aktiviert werden“

Es gibt eine Übung dafür: den Bodyscan. Konzentriere dich dafür rein auf die körperliche Wahrnehmung im aktuellen Moment. Einfach den Körper durchscannen und alles bewusst spüren. Wo ist es kalt, wo ist es warm? Auf welcher Oberfläche liegen die Füße auf. Sind die Beine überkreuzt? Wo beginnt der Stuhl, wo endet er? Es gibt sehr viel zu erspüren, wenn die Aufmerksamkeit am eigenen Körper liegt. So kann das Fühlen sehr intensiv werden. Und fühlen kann gar nicht außerhalb des Moments passieren.

Wenn Menschen lange Zeit nur ihre Verstandesstruktur trainiert haben, dann schwingt automatisch immer ein kontrollierender Aspekt mit. Weil man nicht alles kontrollieren kann, verzweifelt der Verstand. Und das ist der Grund für mentale Verstimmungen (Burnout, Depression). Es gilt zu realisieren, dass die Welt ebenso wenig kontrollierbar ist, wie die Menschen um uns.

Wenn man die Sinne wirklich aktivieren will, muss man die mentale Kontrolle über den Moment abgeben, erst dann kann man wirklich gestalten und man hat paradoxerweise wieder alles besser im Griff. Man muss sich fallen lassen und darauf einlassen können.

Was hat Stress mit Performance zu tun? Und in welchem Bereich können wir unser ganzes Potenzial ausschöpfen?

Harald Pachner
Messe Berlin / IFA

Das geht etwas weg vom Achtsamkeitstraining und rein ins Mentaltraining. Es gibt eine alte Weisheit die besagt, dass man für Performance zwar nicht überfordert sein darf, aber doch ein gewisses Ausmaß an Anspannung vorhanden sein sollte. Am besten performt ein Mensch, wenn er im sogenannten idealen Leistungszustand ist, der genau zwischen Unter- und Über-Anspannung liegt.

In einem aktivierten Zustand, wo ein bisschen Spannung vorhanden ist, kann man gute Leistungen bringen. Das soll aber keinesfalls übersteigert sein.

Im Kopf soll ein Gefühl mitschwingen á la „Ich fühle mich der Sache gewachsen“, „Ich traue mir das zu und bin in der Lage die Situation zu meistern“. Immer wenn wir so denken, gelingen uns die Dinge und wir performen gut. Weil wir keine Angst haben und die Kontrollsucht dadurch nicht so stark ausgeprägt ist. Es darf dann auch ruhig mal was ungeplantes passieren, man beobachtet es und macht etwas Gewinnbringendes daraus.

Wenn es um Performance geht, schwingt immer Vertrauen in sich selbst mit.

Vor einem Vortrag könnte zum Beispiel das Bild entstehen, wie man scheitert, stottert, etc. Wenn man aber mit dem Gefühl auf die Bühne geht, der Sache gewachsen zu sein, dann will man automatisch nicht alles kontrollieren können. Man ist bereit, stellt sich auf die Bühne und wenn etwas passiert, dann passiert es eben. Es geht nicht um Perfektion, das wäre Kontrollsucht. Wenn etwas Unerwartetes passiert, hat man die Sicherheit, dass man die Situation bewältigen kann und kompensiert z.B. mit Humor. Wenn man bei einem Vortrag locker bleibt kann man das immer für sich nutzen, auch wenn etwas Unerwartetes passiert.

Wie sehen Sie Meditation im Kontext der Achtsamkeit?

Es gibt viele Situationen, die ich als meditativen Zustand bezeichnen würde. Achtsamkeitstraining könnte man dabei durchaus als Meditationsart bezeichnen. Es wird dabei eine Beobachterrolle in Bezug auf die sinnliche Wahrnehmung eingenommen.

Ich sehe es so, dass die ursprüngliche Idee von Meditation nichts Anderes war, als einen Weg zu sich selbst zu finden. Um sich räumlicher aber direkter wahrzunehmen und nicht nur Befehlsempfänger der eigenen Gedanken zu sein. Das ist sehr befreiend.

Aus meiner Sicht existieren zwei Stufen. Die eine bedeutet, man wird von seinem Verstand benutzt, die andere wäre seinen Verstand zu benutzen.

Die unterschiedlichen Formen von Meditation und Achtsamkeit führen dazu, dass der Mensch nicht mehr der Spielball seiner eigenen Verstandesmuster ist, sondern bewusster wahrnimmt. Man muss dem Verstand nicht alles glauben. Für funktionelle Bereiche wie z.B. Rechnen kann man ihn gut einsetzen. Für sinnliche Wahrnehmung braucht es Achtsamkeit.

Über Harald Pachner

Harald Pachner, CEO des GESU Instituts (www.gesu.at), ist ehemaliger ÖSV Nationalkaderläufer, Junioren Vize-Weltmeister im Super G und Mentalcoach des Mercedes AMG DTM Motorsportteams.

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